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Sprache 4. Sprache Sprachkompetenz bedeutet Beherrschung eines Regelsystems zur Kommunikation. Sprach- und Lesekompetenz sind die Schlüssel für Bildungsprozesse. - Motivationen zum Spracherwerb sind: - das menschliche Mitteilungsbedürfnis, - der Wunsch nach Kontakt und - der Wunsch nach Wissenserwerb. - Voraussetzungen zum Spracherwerb sind: - biologischer Voraussetzungen. Die linke Hirnhälfte verarbeitet die inhaltliche Information von Sprache. Die rechte Hirnhälfte verarbeitet Gestalthaftes, Emotion und Naturgeräusche. - Sensomotorischer Voraussetzungen: Das bedeutet die Ausbildung des Tastsinns, der Motorik, Seh- und Hörvermögen. Die taktile Kommunikation ist die erste Sprache des Kindes, auf der die verbale Sprache aufbaut. (Zimmer, 1995, S.110) Sprachverständnis:   Das Sprachverständnis bildet sich in der Muttersprache¹ heran. Das Kind erkennt aus dem verbalen Lautstrom Wörtergefüge heraus. Die Bedeutungen der Wörter entschlüsselt es anhand Mimik, Gestik und Tonabfolge. Aufgrund wiederkehrender Muster, erkennt es die Regeln, nach denen die Wörtergefüge zusammengesetzt werden und wendet diese Regeln selbst an. Auf diesen erkannten Regeln gründet sich jeder Erwerb einer Zweitsprache². Je ähnlicher dabei das Regelsystem der Zweitsprache, dem der Muttersprache(n) ist, desto leichter wird sie erlernt. Darum ist es wichtig, dass die Muttersprache eine vollständige Sprache ist. Dabei ist es unerheblich, welche Sprache das Kind von Geburt an begleitet oder wie viele Sprachen es erlebt, solange diese voneinander getrennt vorkommen. Diese Sprachtrennung funktioniert nach dem Prinzip: eine Person - eine Sprache und nach dem Prinzip: eine Situation - eine Sprache. Sprechfähigkeit: Nach Geburt: Lebensschrei 2.- 3. Monat: Allgemeine erste Laute 6.- 9. Monat: Muttersprachliche Laute 11.-13. Monat: Ein-Wort-Sätze ca. 1,5 Jahre: M/B/P/D - gebildete Wörter, 50 Wörter-Wortschatz ca. 2 Jahre: Zwei-Wort-Sätze ca. 2-3 Jahre: K/G/Ch/R - gebildete Wörter, 200 Wörter-Wortschatz, Ich-Form, Mehr-Wort-Sätze, Transfer sprachlicher Erfahrung auf Grammatik z.B.: der Ball = die Balls, ich habe getrinkt (gespielt). ca. 3-4 Jahre: Volle Sätze, Erlebnisbericht, Mehrzahlbildung, Vergangenheitsform ca. 6 Jahre: Der Spracherwerb ist in den Grundzügen abgeschlossen. ¹ Muttersprache = die Sprache(n), die das Kind von Geburt an erlebt. ² Zweitsprache = jede weitere Sprache, die das Kinde zu einem späteren Zeitpunkt erwirbt, jedoch vor Abschluss seines Spracherwerbs innerhalb der Muttersprache(n), ca.6 Jahre. Der Spracherwerb erfolgt nach folgenden Lernmechanismen: - Nativistisch, aufgrund Ablauf eines genetischen Programms. - Behavoristisch, durch Konditionierung mittels erfahrener Verhaltensmuster. - Interaktionistisch, bei gemeinsamen Handlungen mit        Kommunikationspartnern. Der Spracherwerb erfolgt auf vier Ebenen: - Phonetisch-phonologisch,   Erzeugung der Sprachlaute (Phonetik) und ihrer Bildung nach Regeln    (Phonologie). - Morphologisch-syntaktisch,   Erkennen des grammatischen Aufbaus von Wort (Morphologie) und Satz    (Syntax). - Semantisch-lexikanisch.    Erfassen von Wortbedeutung (Semantik) und Aufbau von Wortschatz    (Lexikon). - Pragmatisch-kommunikativ,    zielgerichtetes (Pragmatik) und Form organisiertes Sprechen    (Kommunikation). Beim Spracherwerb zeigt sich typisches Sprechverhalten: Wie beim Erwerb von Muttersprache(n), so auch beim Erwerb von Zweitsprache, 1. kein Sprechvorkommen (Aufnahmephase) 2. die Verwendung nur eines Artikels 3. die Verwendung von Verben im Infinitiv 4. die Anwendung einer verallgemeinerten Grammatik • Wir unterstützen den kindlichen Spracherwerb mit unserer Förderung: - Klangvolle Führung, klare Mimik und Gestik verdeutlichen unseren Sprechinhalt. - Korrekte, deutliche Sprache dokumentiert unser alltägliches Tun mit den Kindern    und findet Anwendung beim Spielen und Vorlesen zu jeder möglichen Gelegenheit. - Lautrhythmen und Wiederholungen von Wortgefügen im melodischen Gewand,    erleichtern die Textreproduktion von Liedversen. Diese werden situationsabhängig    und rituell oder regelmäßig mit begleitenden Bewegungselementen angeboten. - Anstatt verbaler Verbesserung, motivieren wir durch korrektive Wiederholung und    weiterführender Fragestellung zum Dialog. - Wissen, Beobachtung, Dokumentation helfen Unterstützungsbedarf zu erkennen. • Wir unterstützen die kindliche Entwicklung des phonologischen Bewusstseins   zur Entwicklung seines Schreib- und Leseerwerbs mit unserer Förderung: - Rhythmische Sprechbegleitung dient dem Erkennen von Silbengefügen. - Vergleichende Sprachanwendung und (Quatschwörter-) Sprechspiele    dienen dem Erkennen von gleichen Anfangslauten bei verschiedenen Wörtern. - Gesang und (Quatschwörter-) Sprechspiele dienen dem Erkennen von Reimen. - Wortspiele, wie (Quatsch-)Wort-finden in Erzählungen. Formen-Nachmal-Übungen.   Schummelwörter bei Satzwiederholungen finden, dienen dem kausalen Verständnis   Für unsere Förderung verwenden wir geeignete Medien aus dem Handel und   hauseigene Konzepte, Lieder, Verse und Spiele. Unsere Maßnahmen erfolgen als Gemeinschaftserlebnis, in kleinen homogenen Lerngruppen oder auch in Einzelfördereinheiten. Verwendetes Dokumentationsmedium Sprachlerntagebuch des Kindes, SISMIK Fragebogen. vgl. Quellen: „Sprache in der Sozialpädagogik“, Bildungsverlag EINS, Iven wikipedia. Org/wiki/zweisprachigkeit/forschung, 23.12.05 SISMIK Fragebogen , Ulrich & Mayr, Bestellservice @herder.de / Förderprogramme: www. bildungsserver.de / www. kindergartenberater.de / www. ifp-bayern.de